Ihr Zahnarzt informiert:

 

Das CMD-Syndrom

ein häufig unterschätztes Alltags-Problem mit vielen Gesichtern

 


 
 
In Deutschland verwendet man heute die Bezeichnung CMD-Syndrom (von lat.cranium = der Schädel) und (lat.Mandibula = der Unterkiefer) Dysfunktion = Funktionsstörung. Im englischen Sprachraum bezeichnet man dieses als TMJ oder TMD (Temporo-Mandibular Joint Dysfunction Syndrom). Es beschreibt eine Störung des Kiefergelenks, dessen Ursachen sich auch nur innerhalb dieses Gelenks befinden, wie z.B. eine Verlagerung oder Verformung sowie eine degenerative Veränderung des Gelenkknorpels und des Gelenkknochens. Oftmals wird eine Unterteilung in Knochen- oder/und Muskel-Störungen angegeben.

Der heute gebräuchliche Begriff CMD beschreibt aber einen sehr komplexen krankhaft gestörten Zusammenhang einzelner Strukturen des Kauorgans und sogar darüber hinaus. Das CMD Syndrom entsteht durch die Summation der von Dauer Häufigkeit und Intensität abhängigen Belastungen und dem daraus resultierenden Anpassungs-Verlust des Kausystems. Die auftretenden Symptome können aus der Schmerzantwort der unterschiedlichen betroffenen Bestandteile des Kausystems herrühren und erklären die komplexe vielfältige und teilweise überlagernde Symptomatik.

Die Patienten leiden oft bereits an Schmerzen in unterschiedlichen Bereichen. Kiefergelenke und Zähne kommen meist erst später zum Ausdruck. Oft gehen Kopf-, Nacken- und Schulterschmerzen voraus, Schluck-, Ohrenschmerzen oder fehlender Zahnersatz werden vielfach nicht als Auslöser wahrgenommen.

 

 

Diese komplexen Zusammenhänge zwischen dem Kauapparat und den übrigen Körperregionen sind für Sie als Patient oft nicht sofort ersichtlich.

 

Hier sind es meist zufällig nur gut ausgebildete HNO Spezialisten, die durch frühzeitige Überweisungen an den Hauszahnarzt Abhilfe schaffen.

 

Orthopädisch diagnostizierte, muskulär bedingte Beinlängenverkürzungen werden mit Schuheinlagen nur symptomatisch therapiert. Häufig verbergen sich hinter Beckenschiefständen komplexe jahrelange beruflich-, sportlich bedingte Fehlhaltungen, welche von erfahrenen Osteopathen oder Physiotherapeuten gemeinsam mit Zahnärzten in vielen Fällen gut und zuverlässig therapiert werden können.

 


Ansprechpartner bei unklaren Symptomen:

 

Zahnarzt - Kopf:
Kopfschmerzen oder „Migräne"-ähnliche Kopfschmerzen sowie Schmerzen der Kiefergelenksmuskulatur (Palpation von Druckpunkten, Neuralgien, Kiefergelenksknacken, Kaumuskelschwäche, eingeschränkte Fähigkeit, den Mund weit zu öffnen.

Zahnarzt - Zähne:
Pressen und Knirschen (-Schliff-Facetten auf den Kauflächen-) sowie Läsionen am Zahnschmelz im Bereich der Zahnhälse, Frakturen von Zähnen und prothetischen Versorgungen.

 

Zahnarzt - Zunge /Wangen:
Bissspuren und Vernarbungen.

 

Ohrenarzt/Zahnarzt - Ohren:
Ohrenschmerzen, Ohrensausen, Tinnitus, Taumel, Sensibilisierung gegen plötzliche laute Geräusche, Beeinflussung der gesamten Hörfähigkeit.

Augenarzt/Zahnarzt - Augen:
Erhöhte Lichtempfindlichkeit, Doppeltsehen, Ermüdung eines Auges oder beider Augen, Beeinträchtigung der Sehschärfe.

 

Orthopäde/Physiotherapeut/Zahnarzt - Rücken:
Schmerzhafte Verkrampfungen und Verspannungen oder Muskelverhärtungen in den einzelnen Körperpartien.

 

Wie oben - Schulter:
Schmerzhafte Verkrampfungen und Verspannungen oder Muskelverhärtungen in den einzelnen Körperpartien.

 

Wie oben - Nacken:
Schmerzhafte Verkrampfungen und Verspannungen oder Muskelverhärtungen in den einzelnen Körperpartien.

 

Das Auftreten von drei oder mehrere Symptomen zeigt, dass der Zahnarzt als Lotse bei der Diagnose „CMD-Syndrom“ vielfach unterschätzt wird. Erst nach Abklärung und ohne weiteren zahnärztlichen Therapiebedarf sollten dann weitere Fachdisziplinen eingeschaltet werden.

Differenzialdiagnose von Funktionsstörungen

Durch eine sorgfältige Anamnese des Patienten anhand einer Differenzialdiagnose lassen sich die Ursachen für ein CMD Syndrom eingrenzen. Eine ganzheitliche Betrachtung des Patienten liefert immer wertvolle Hin-weise. Durch verschiedene Möglichkeiten einer interdisziplinären Untersuchung können die Ursachen einer CMD noch besser eingegrenzt werden. Auch die Befragung des Patienten nach seiner Krankengeschichte, sozialem Umfeld und eventuell beruflichem Stress sind für eine weiterführende Behandlung sehr wichtig. Viele chronische Knirscher-, Presser oder mit Traum- und Schlafstörungen behaftete Patienten sind meistens starkem beruflichen oder familiären Stress ausgesetzt. Oft leiden diese über Monate und manchmal gar Jahre – still und funktionierend, weil das Umfeld es erwartet, dass sie immer funktionieren.

 

Ihre Gesundheit ist unser Auftrag - Gute Besserung und eine erfolgreiche Behandlung wünscht Ihnen

 

Dr. Burkhard Kastner

 

 

 

 

 

            Mitglied 

  

European Association of Dental Implantologists